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Wo Natur die Kunst inspiriert
Wilhelm von Humboldt und Clara Schumann zog es mehrfach nach Rügen. Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné
wirkten gern und oft im Küstenland. Theodor Fontane war ein häufig gesehener Gast. Rainer-Maria Rilke badete in den Fluten
der Ostsee. Johannes Brahms inspirierte Rügens Urnatur zum grandiosen Finale seiner ersten Sinfonie. Unter ächzenden
Kiefern nahm Maxim Gorki in Heringsdorf Quartier. Kurt Tucholsky logierte in Warnemünde, das er sodann in
»Schloss Gripsholm« verewigte. Schließlich pilgerten die Vertreter der klassischen Moderne an die Ostsee, unter ihnen
Alexej von Jawlenski, Marianne Werefkin und Erich Heckel. Ganze Künstlergenerationen und -dynastien ließen sich in den
Künstlerkolonien Ahrenshoop und Schwaan nieder. In Warnemünde arbeitete Edvard Munch, in Bad Doberan Lovis Corinth.
Lyonel Feininger verbrachte Anfang des 20. Jahrhunderts etwa 35 Sommer an der Küste. »Pommern und die Ostsee«,
schreibt er 1951 in Amerika, »waren für mein ganzes Schaffen mitbestimmend und ich zehre noch jetzt an den
Erlebnissen, die ich dort hatte.« So finden sich in seinem Werk immer wieder das weite Meer und die riesigen
Backsteinkathedralen. Zu den bekannten Landeskindern gehören der Universalgelehrte Ernst Moritz Arndt, der mecklenburgische »Nationaldichter« Fritz Reuter, der Martha-Komponist Friedrich von Flotow und die romantischen Maler Philipp Otto Runge und Georg Friedrich Kersting. Zum Superstar am Künstlerhimmel brachte es Caspar David Friedrich. Mit seinen Bildern machte er die Häfen und Marktplätze seiner vorpommerschen Heimat, die Küste, die Kreidefelsen von Rügen, die Großsteingräber und die Klosterruine Eldena weltberühmt. Auch in unseren Tagen leben viele kreative Geister in diesem immer noch zurückgezogenen Land, um jenseits aller Zentren aus dem Vollen zu schöpfen. Ihre und die Werke ihrer »Vorgänger« sind in vielen Museen und Galerien des Landes zu allen Jahreszeiten gut erlebbar. |